Das Lehrerkollegium der Adolf-Kußmaul-Schule beteiligt sich am Karlsruher Bildungsprojekt QUS
Seit Beginn des Schuljahres 2007/08 sind im Rahmen der Qualitätsentwicklung alle Schulen
des Landes Baden-Württemberg zur Selbstevaluation aufgerufen und per Gesetz verpflichtet.
Sinn und Zweck von Selbstevaluation ist die verstärkte Reflexion der schulischen Arbeit
und ihrer Ergebnisse mit dem Ziel, die Qualität insbesondere im Bereich des Unterrichts
stetig zu verbessern.
Bereits im vergangenen Schuljahr hat sich das Kollegium der Adolf-Kußmaul-Schule auf den
Weg der Selbstevaluation begeben. Ein erster Gedankenaustausch erfolgte in der Akademie
Calw während eines "Pädagogischen Wochenendes" unter professioneller Anleitung eines
Akademiereferenten, der die verschiedenen Wege und Möglichkeiten der Selbstevaluation
erläuterte. Nach Diskussion und einem weiteren Pädagogischen Tag unter Leitung des
Prozessbegleiters Thomas Berliner vom Regierungspräsidium KA Anfang des Jahres 2007
entschied sich das Kollegium zur Bewerbung für das Karlsruher Bildungsprojekt QUS und
wurden zur Teilnahme als eine von 15 Schulen ausgewählt.
Worum geht es bei QUS?
Im Mittelpunkt steht bei diesem Konzept der Unterricht als Kerngeschäft der täglichen
Erziehungs- und Bildungsarbeit und der Austausch darüber. Das QUS-Programm geht davon aus ,
dass Qualitätsentwicklung in Schulen sich insbesondere auf den Unterricht beziehen muss.
Ein Team von Fortbildnern des Regierungspräsidiums Karlsruhe hat mit Unterstützung des
Kultusministeriums Baden-Württemberg ein Konzept entwickelt, wie ein Kollegium einen
guten Unterricht sichern und ihn auch verbessern kann. QUS bietet eine Organisationsstruktur
für die systematische Planung, Erhebung, Auswertung und Rückmeldung von Daten an.
Das Konzept QUS geht dabei nicht von äußeren Vorgaben und Unterrichtsbesuchen schulfremder Personen aus,
sondern zielt auf die Eigenverantwortung der Schule ab, setzt auf die Professionalität der Lehrerschaft
der Schule, den Aufbau einer schulinternen Feedback-Kultur und auf eine gesamtschulische
Qualitätsentwicklung im Sinne einer lernenden Schule.
Die Verzahnung von individueller und schulischer Ebene ist für die
nachhaltige Qualitätsentwicklung unabdingbar und wird deshalb von QUS durch eine
entsprechende Organisationsstruktur gewährleistet.
Dem Konzept von QUS liegt die Überzeugung zugrunde, dass der zielgerichtete Austausch der
Lehrkräfte über Unterrichtsprozesse die notwendige Grundlage ist, um die schulische Qualität
nachhaltig zu verändern. Hierfür wird mit Hilfe von QUS eine interne Struktur aufgebaut, so
dass Impulse aus dem Unterricht gesamtschulisch wirksam werden und andererseits zentrale
Impulse den Unterricht verändern.
Das Kernelement bildet hierbei der Aufbau einer Teamstruktur, die Bildung sogenannter
"Qualitätsgruppen", bestehend aus 4-5 Lehrkräften, die sich gegenseitig im Unterricht besuchen und beobachten.
Wesentlicher Punkt dabei ist der anschließende Austausch über vorher gemeinsam
festgelegte zu beobachtende Aspekte. Denn eine gute Feedback-Kultur ist die Grundlage
jeder Qualitätsentwicklung. Die Bereitschaft und Fähigkeit zum Feedback ist eine Schlüsselbedingung
um die Qualität von Unterricht zu verbessern. QUS vermittelt das nötige Handwerkszeug und
ermöglicht entsprechende Erfahrungen im Sinne einer Kultur gegenseitiger Unterstützung.
Darüber hinaus bilden die teilnehmenden Schulen regionale Netzwerke, in denen sich die
Steuerungsteams (ein Vertreter jeder Qualitätsgruppe) und die Schulleitungen über ihre Erfahrungen austauschen.
Jede Schule wird von einem qualifizierten Prozessbegleiter unterstützt, mit Material ausgestattet
und wissenschaftlich begleitet.
Das Projekt ist auf drei Schuljahre angelegt. Für diese Zeit wird uns QUS in der täglichen
Arbeit an der Adolf-Kußmaul-Schule nun begleiten. Nach Ablauf dieses Zeitrahmens sollte es
uns gelungen sein an unserer Schule ein eigenständig funktionierendes System zu installieren,
das Unterricht systematisch entwickelt, evaluiert und weiterentwickelt. Außerdem sollte
eine Feedbackkultur im Sinne eines professionellen Dialogs zur Selbstverständlichkeit geworden sein!
Unser erstes Schulthema, welches in der GLK als für alle Qualitätsgruppen
verbindlich festgelegt wurde ist "Der wertschätzende Umgang im Unterricht". Dieser Aspekt
bildet nun die Grundlage für die Beobachtungen der ersten Hospitationsrunde, die bis
Ende März abgeschlossen sein sollte.
Wir sind sehr gespannt auf die Erfahrungen und Ergebnisse der Lehrerteams!