Geschichte
Die Gesamtlehrerkonferenz hat sich am 07.02.06 mit der Thematik befasst. Nach Vorstellung des Konzeptes der Pestalozzi-Schule durch Frau Stober und Herrn Kunz, einer intensiven Fragerunde und einer ausführlichen Diskussion erfolgte eine einstimmige Beschlussfassung des vorgelegten Konzeptes.
Der Elternbeirat der Schule hat am 22.02.06 ebenso die Thematik beraten und nach ausführlicher Diskussion dem von der Schule erarbeiteten Konzept einstimmig zugestimmt.
1. Schulische Situation in Graben-Neudorf
In der Gemeinde Graben-Neudorf gibt es zwei selbstständige Grundschulen (Adolf-Kußmaul-Schule und Erich Kästner Schule)
als Halbtagsschule und eine Grund-Haupt-Werkrealschule (Pestalozzischule) als Ganztagsschule.
Im Einzugsbereich der Adolf-Kußmaul-Schule liegen 3 Kindergärten (Albert-Schweitzer-Kindergarten, Kindergarten
Arche Noah, Kindergarten Sonnenschein). Der Kindergarten Sonnenschein bietet einen
Ganztagesbetrieb an, während die anderen Kindergärten die üblichen Öffnungszeiten von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr und
von 14.00 Uhr bis 16.30 Uhr ausweisen. Zusätzlich bietet der Kindergarten Arche Noah eine Mischgruppe in der Zeit
von 7.00 Uhr bis 13.15 Uhr an.
Somit entsteht in der Situation ganztägiger Betreuung am Ort eine Lücke im Bereich der Grundschulen.
Immer häufiger werdende Elternnachfragen nach einer Fortführung der Ganztagsbetreuung im Anschluss an die
Kindergartenzeit waren schon in den beiden vergangenen Jahren Anlass, über eine solche Betreuungsform an der
Adolf-Kußmaul-Schule nachzudenken. Daher hat der Förderverein der Schule in der Ergänzung der Kernzeitenbetreuung
und der unterrichtlichen Situation ein Konzept zur Einführung eines solchen Angebots entwickelt und in
Modul-Bauweise angeboten:
- Kernzeit von 7.15 Uhr bis 13.15 Uhr ( wird durch die Gemeinde angeboten)
- Mittagsbetreuung (Mo. bis Fr.) 13.15 Uhr bis 14.00 Uhr Preis: ca. EUR 45,00 / Monat
- Mittagessen während der Betreuung(Mo bis Fr) Preis ca. EUR 5,00 / Essen
- Hausaufgabenbetreuung (Mo.- Do.) 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr Preis EUR 40,00 / Monat
Dieses Modell fand wegen der Zersplitterung des pädagogischen Auftrags und der Kostensituation aber wenig Anklang.
Bereits jetzt kommen bezüglich der Einschulung im kommenden Schuljahr 06/07 wieder Elternanfragen nach
einer ganztägigen Betreuung an unserer Schule. Daher haben sich die schulischen Gremien
(Gesamtlehrerkonferenz und Elternbeirat im Einklang mit der Schulkonferenz) mit dieser
Problemlage befasst und sich zu diesem entschlossen.
2. Rahmenbedingungen an der Adolf-Kußmaul-Schule
- Die Adolf-Kußmaul-Schule ist eine zwei- bzw. dreizügige selbstständige Grundschule mit ca. 240 Kindern und derzeit 18 Lehrkräften.
- Die Entwicklung der Schülerzahlen wird ev. zukünftig eine Zweizügigkeit auf Dauer aufweisen. Hier wird die Entwicklung des Schulprofils eine weitere Rolle spielen.
- Im Schulhaus befindet sich eine große Aula und ein sich über 2 Klassenräume erstreckender Musiksaal.
- Das schulische Unterrichtsangebot wird ergänzt durch die Kernzeitenbetreuung durch die Gemeinde in der Zeit von 7.15 Uhr bis 8.30 Uhr und 12.15 Uhr bis 13.15 Uhr.
- Die Kußmaul-Schule pflegt eine intensive Zusammenarbeit mit den örtlichen Kindergärten und ist gerade dabei, diese auf neue Kooperationsfundamente (Projekt "Schulreifes Kind" - Frühförderung) zu stellen.
- Der Förderverein der Schule bietet am Nachmittag in der Zeit von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr eine Hausaufgabenbetreuung an.
- Die Gemeinde erteilt den ausländischen Kindern von Montag bis Donnerstag Hausaufgabenbetreuung.
- Das großzügig angelegte Schulgelände weist folgende Vorzüge auf: großes Wiesengelände zwischen dem Schulgebäude und der dazugehörenden Sporthalle, großes Freigelände hinter dem Schulhaus, Basketballplatz hinter der Sporthalle, Spielplatz und Bolzplatz vor dem Schulgelände.
- Im Pausenhof befindet sich ein Spielehaus mit Spielgeräten für die Aktiv-Pausen.
- Neben dem Unterrichtsangebot wird im Rahmen des Pädagogischen Profils (musisch-kultureller Schwerpunkt) unserer Schule von weit mehr als der Hälfte der Kinder der Schule ein reichhaltiges außerunterrichtliches Angebot genutzt: Orff-AG, AG-Chor, Flöte-AG, Kunst-AG, Computer-AG und Sport-AG.
- Die Kußmaul-Schule pflegt über viele Jahre eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen (z.B. 25 Jahre Kooperation mit dem FV-Graben).
- Die volle Vernetzung des Schulgebäudes bietet den Kindern in den Klassenräumen mit jeweils 3 PC-Arbeitsplätzen pro Klassenraum und in einem zusätzlichen PC-Raum mit 15 Arbeitsplätzen die Möglichkeit zur Ausbildung im Umgang mit neuen Medien an.
- Die Einrichtung eines Lesekaffees ermöglicht unseren Kindern auch besondere Förderung und Beschäftigung im Bereich des Lesens.
Diese Infrastruktur schafft eine gute Voraussetzung zur Einrichtung eines Ganztagsbetriebs an unserer Schule. Weitere Angaben zum aktuellen Profil der Kußmaul-Schule sind unter der Rubrik "Schulprofil" der Homepage www.kussmaulschule.de zu finden.
3. Pädagogisches Profil einer Ganztagsgrundschule
Nicht zuletzt die PISA-Studien haben gezeigt, dass in einer sich verändernden Gesellschaft
auch die Bedingungen für Lernprozesse neu gedacht werden müssen, wenn man einerseits
die Ausweitung der so genannten Risikogruppen mit Bildungsdefiziten verhindern
und andererseits die individuelle Förderung und die Förderung besonderer Begabungen ausweiten will.
Daher steht für die Kußmaul-Schule nicht so sehr die Betreuung der Kinder am Nachmittag
im Mittelpunkt, sondern in der Hauptsache die Verbesserung der Bildungschancen unserer Kinder.
Ferner sollen zunehmende Schulschwierigkeiten vermieden und sozialen Ungerechtigkeiten entgegengewirkt werden.
Die Schule ist als Lebensraum zu gestalten, in dem sich alle Kinder entsprechend ihren
Fähigkeiten entwickeln können und Anregungen angeboten bekommen, um Interessen und Neigungen zu
entwickeln und zu fördern. Die Schule soll zur einer Lebensgemeinschaftsschule weiter entwickelt
werden, in der mehr Zeit für die pädagogische Ausrichtung des Tages zur Verfügung steht. Die
Rhythmisierung des ganzen Tages, der Wechsel zwischen Lernen und Spielen und die Abwechslung
von Anspannung und Entspannung ermöglichen den Kindern ein am biologischen Rhythmus und der
wechselnden Leistungsbereitschaft der Kinder orientierten Lernprozess.
3.1 Mehr Zeit für eine neue Unterrichtskultur
- Zeit für erkundendes Lernen:
Dem Lernprozess in der Schule muss das Erleben der Welt vor Ort vorangehen. - Zeit für entdeckendes Lernen:
In einer vorwiegend auf Medienwissen ausgerichteten Erfahrungswelt fehlt vielen Kindern die unmittelbare Begegnung mit den Dingen. Unser Gehirn lernt an Beispielen, nicht aus Regeln. - Zeit für spielerisches Lernen:
Spielen heißt ausprobieren. - Zeit für soziales Lernen:
Soziales Lernen kommt aus dem Spiel der Kinder, aus den vorbereiteten Gelegenheiten und Vorkommnissen des Miteinander-Umgehens. - Zeit zum Nachdenken:
Nachdenklichkeit fördert nicht nur das Denken, sondern das Leben an sich. - Zeit zum ästhetischen Lernen:
In der ästhetischen Erziehung geht es um Empfindungen und Wahrnehmungen unserer Kinder als Voraussetzung für die Entwicklung von Sensibilität, Phantasie, Erfindungsreichtum, Innovation und ästhetisches Urteilen. - Zeit zum Lernen lernen:
Kinder brauchen Methoden, Strategien, Techniken, das Lernen selbst zu planen, zu organisieren und kritisch zu bedenken. Das Lernen selbst wird zum Lerngegenstand. - Zeit für praktisches und Projekt orientiertes Lernen:
Das Lernen an Projekten fordert alle kreativen Kräfte und gelingt nur in einer kooperativen Atmosphäre. - Zeit für die Förderung von Defiziten, Interessen und Begabungsschwerpunkten
Die Entwicklung unserer Kinder erfordert zunehmend das Einlassen auf individuelle Bedürfnisse: ADHS, LRS, Rechenschwäche, Leseschwäche, Konzentrationsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Hochbegabung u.a.m. Individuelle Förderung, Lernen in Kleingruppen, jahrgangsübergreifendes Arbeiten, Themen orientiertes Arbeiten sind entsprechende Erfordernisse im Schulalltag.
Die Ganztagsschule ist eine Schulform, in der sich diese Zielsetzung wohl am besten entfalten lässt. Offene Unterrichtsformen als Konsequenz für die Unterrichtsorganisation erfordern ein anderes Zeitbudget in unserer Schule.
3.2 Veränderungen in den Familienstrukturen
Der Wandel der Gesellschaft geht nicht nur einher mit dem Wandel der kindlichen Entwicklungsmöglichkeiten, sondern auch entscheidender Sozialisationsprozesse.
- Zunahme der Ein-Kind-Familien
- Steigende Zahl der Ein-Eltern-Familien
- Zunahme der Patchwork-Familien
- Wechselnde Erziehungszuständigkeiten bei Zunahme von Beziehungsproblemen in den Familien
- Rückkehrwunsch von Müttern in die Berufstätigkeit
- Berufstätigkeit beider Elternteile
- Veränderte Wohnumfelder
- Zunehmende Anonymität im Umfeld der Familien
Erzieherische Fehlfunktionen sind die Folge, die die schulische Arbeit zunehmend erschweren: schwindende Zuwendungsbereitschaft, Lieblosigkeit und Gedankenlosigkeit im gegenseitigen Umgang, Spracharmut, Gefühlsarmut, Zeitmangel, Egoismus, Schulverweigerung, schwindende Toleranzgrenzen, zunehmende Aggressivität und Gewaltbereitschaft u.a.m. Diese gesellschaftlichen Rahmenbedingungen führen zunehmend zu psycho-sozialen Defiziten bei unseren Kindern. Eine Ganztagsschule als Lebensgemeinschaftsschule, in der Kinder, Eltern und Lehrkräfte in der gemeinsamen Tagesgestaltung eine soziale Einheit bilden, verleiht den Kindern zunehmend soziale Sicherheit und die Möglichkeit zur Ich-Findung. Der gemeinsame Mittagstisch mit einer spezifischen Verhaltens-, Ess- und Trinkkultur, die Anfertigung von Hausaufgaben in der Schule, Ausbau des Helfersystems, die Planung und Organisation freizeitpädagogischer Inhalte, die Verantwortung für die Tagesgestaltung betten die Kinder ein in einen "Ort sozialen Aufgehobenseins".
4. Form und Organisation der Ganztagsschule an der Kußmaul-Schule
Die Gremien der Adolf-Kußmaul-Schule haben die Thematik "Ganztagsschule" beraten und dem folgenden Konzept zugestimmt:
Die Gremien der Schule sehen zunächst einen Einstieg in den Ganztagsbetrieb für das kommende erste
Schuljahr und danach eine sukzessive Weiterführung auf die folgenden Jahrgänge vor. Sollten in der
Eingangsstufe nicht genügend Anmeldungen erfolgen, ist die Ausdehnung der Einführungsphase auf das
zweite Schuljahr angedacht.
4.1 Rhythmisierung des Lernprozesses
Im Unterschied zum herkömmlichen auf den Vormittag beschränkten Unterricht an unserer
Schule soll die Rhythmisierung des Unterrichtstages ein kindgerechteres Lernen und Arbeiten ermöglichen.
Einerseits wechseln im Biorhythmus des Menschen Leistungshöhepunkte und -tiefpunkte und andererseits
bestimmt der individuelle Biorhythmus auch das persönliche Arbeitstempo jedes einzelnen Kindes.
Diesen naturgegebenen Gesetzmäßigkeiten soll die Unterrichtsorganisation mit Phasen der Anspannung und
Erholung an unserer Schule entsprechen. Dazu gehören sowohl der Wechsel der Lehr- und Lernformen und der
Lernorte als äußere Rhythmisierung (z.B. zwischen Wochenplan, Stationenlernen und Frontalunterricht) als
auch die Steuerung des Lernprozesses durch jedes einzelne Kind als innere Rhythmisierung
(Lernstrategien entwickeln, Lernhilfen erhalten und aufnehmen, Kontakte zu anderen Lernpartner aufnehmen,
Entspannungsphasen bewusst erfahren und gestalten u.a.).
Die Wochenpläne stellen einen am Planungstisch entstandenen Orientierungsrahmen
für die an unserer Schule entwickelten Vorstellungen dar.
Einige kurze Erläuterungen sollen dem besseren Verständnis dienen:
- Der Beginn der schulischen Betreuung um 7.00 Uhr richtet sich nach den von den schulischen Gremien noch festzulegenden Zeiten und stellt im Wesentlichen die Fortführung der derzeit bestehenden Kernzeitenbetreuung dar.
- Der gleitende Unterrichtsbeginn ermöglicht ein individuelles Ankommen in der Schule und kann im Lesecafe, im Computerraum, in der Spielecke, im Gespräch mit Mitschülern und Lehrkräften oder mit Arbeitsvorbereitungen erfolgen.
- Der Unterrichtsbeginn wird von der Schule vorsorglich und in der Folge einer aktuellen politischen Diskussion auf 8.00 Uhr virtuell (ohne Gremienbeschluss derzeit) festgesetzt. Bisheriger Beginn war 7.40 Uhr! Der Unterrichtsbeginn für die ersten Klassen kann von den schulischen Gremien auch später festgesetzt werden. Ein solcher Beschluss hat dann Auswirkungen auf den Betreuungsblock.
- Die beigefügten Musterpläne ermöglichen durch Variation des Nachmittagsunterrichts die Garantie des Unterrichts nach der gültigen Stundentafel (Klasse 1: 22 Stunden; Klasse 2: 24 Stunden; Klasse 3: und 4: 26 Stunden) oder nach der Kontingentstundentafel.
- Nach dem Einstieg der Schule in das jahrgangsübergreifende Arbeiten sind die Unterrichtsblöcke noch verstärkt nicht mehr im klassischen Sinn als lehrerorientierter vermittelnder Unterricht zu verstehen. Im offenen Unterricht sollen unsere Kinder mit Wochenplanarbeit, Werkstattunterricht, Lerntheken, Projektarbeit zum selbstständigen, eigenverantwortlichen und handlungsorientierten Lernen herangeführt werden.
- Die Aktivpausen erfolgen größtenteils mit unseren Pausenspielgeräten auf dem Schulhof und -gelände
- Das gemeinsame Frühstück steht im Sinne der schulischen Gesundheitserziehung und dient ebenso der sozialen Kontaktpflege.
- Kreativzeit/Ruhezeit/Lesezeit/Vorlesezeit stellen Wahlmöglichkeiten für unsere Kinder dar. Angebote aus dem Bereich der Kunst, Bastelmöglichkeiten, Einsatz von Leseomas/paten, Computerarbeit im Klassenzimmer oder PC-Raum, Schulgartenarbeit u.a.m. sollen den Kindern individuell gestaltbare Phasen der Erholung anbieten.
- Kurse und zusätzliche Lernangebote stellen sowohl Stütz- und Fördermöglichkeiten in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften als auch zusätzliche Lernmöglichkeit nach den gegebenen Notwendigkeiten dar.
- Hausaufgabenbetreuung im klassischen Sinn soll abgelöst werden durch unterrichtsergänzende Lerntätigkeiten, die den aktuellen Lernstoff unterstützen, fördern und begleiten sollen (Vorbereiten, Üben, Nachbereiten).
- Beteiligung außerschulischer Partner im AG- oder Kursbereich: Die konkrete Planung wird durch die Tatsache erschwert, dass noch keine Genehmigung der Einführung der Ganztagsschule vorhanden ist und vorwiegend Vereine konkrete Vorstellungen und Organisationsformen einfordern, um zustimmen oder ablehnen zu können. Daher wurden Gespräche nach einer grundsätzlichen Bereitschaft zur Zusammenarbeit geführt. Positive Signale kamen von: Evangelische und katholische Kirchengemeinde, Fußballverein, Musikverein, Arbeiterwohlfahrt, Jugendzentrum, Deutsches Rotes Kreuz u.a. Der zeitliche Rahmen für die Einsätze von Vereinsmitarbeiter/innen wurde von der Schule vorwiegend für den Spätnachmittag vorgesehen, um Betreuer- und Übungsleiterprobleme, über die interessierte Vereine zurecht Klage führen, möglichst gering zu halten.
- Die Stundentafel der Nicht-Ganztagsklassen bleibt erhalten wie bisher. Die Übernahme der Pausenregelung mit 2 großen Pausen wird aus organisatorischen Gründen der Regelung der Ganztagsklassen angepasst. Die Betreuung nach dem Modell Kernzeitenregelung bleibt auch für diese Kinder erhalten.
4.2 Raumsituation
Aktuelle Situation:
Im Kellergeschoss der Schule befindet sich nach derzeitigem Stand eine geeignete
Einstiegssituation für die Einführung einer Ganztagsschule. Im aktuell als TW-Raum genutzten
Keller-Raum 0.29 ist zum einen eine Küchenzeile eingerichtet. Zum anderen besteht der Raum aus
zwei Teilen. Der hintere früher als Maschinenraum benutzte Teil eignet sich gut als zusätzlicher
Speiseraum oder bei niedriger Frequenz der Einrichtung während der Einführungsphase auch als Ruheraum.
Neben dieser Versorgungsmöglichkeit befindet sich direkt nebenan der Computerraum, der für den
Freizeit- und AG-Betrieb einer Ganztagsschule genutzt werden kann. Ebenso ist auf dieser Ebene die
Kernzeiteneinrichtung in einem großen Raum untergebracht und kann ebenso für den Ganztagsbetrieb zum Einsatz kommen.
Der Vorteil einer solchen Lösung liegt in der Geschlossenheit des Ganztagsbetriebs auf einer Ebene.
Sie könnte in der Einstiegsphase von bis zu ca. 25 Kindern (ev. Essen 2 Schichten) genutzt werden.
Um eine solche Lösung zu realisieren, muss der TW-Raum wieder ins Erdgeschoss umziehen, wo die ursprüngliche
Einrichtung (Wasseranschluss und großes Becken) noch vorhanden ist. Dieses Zimmer wird allerdings derzeit
als Flöten- und Kurszimmer und als Lager (fehlende Unterkellerungs. verschiedene Haushaltsanträge) genutzt.
Nach langer Überlegung könnte das Lagerproblem auf dieser Ebene durch die Anschaffung zweier Garagen vor den
Kindertoiletten auf der Rückseite der Schule gelöst werden. Dabei erfolgt ein Zugang zum Schulhaus ebenerdig
durch das TW-Zimmer, wenn die Zugänge zu den anzuschaffenden Garagen so eingerichtet sind (s. Anlage).
Dazu müsste ein Fensterelement in ein Türelement umgebaut werden. Die Anlieferung von Lagergut zu
den Garagen erfolgt dann über die vorhandene Rettungszufahrt auf der Rückseite der Schule.
Künftige Entwicklung:
Die große Unbekannte in diesem Konzept wird die Entwicklung der Schülerzahlen sein.
Der demographisch sichtbare Rückgang der Schülerzahlen wird auch vor Graben-Neudorf keinen Halt machen.
Er deutet an, dass im Falle des Rückgangs der Schülerzahlen in der Kussmaul-Schule Klassenräume
frei werden und somit neue Überlegungen greifen müssten/könnten. Unbekannt bleibt dabei die Entwicklung
der Schülerzahl unter dem Aspekt der Ganztagsschule. Dabei ist unklar, ob eine Ganztagsschule
Kinder zusätzlich anzieht oder gar Einschulungswünsche von außerhalb der Gemeinde auf die
Schule zukommen, solange keine allgemeine Einführung der Ganztagsschule
als Regelschule in Baden-Württemberg erfolgt.
Genauer kann der zukünftige Bedarf an Ganztagesplätzen im Augenblick noch nicht abgeschätzt werden, da
keine Erfahrungswerte im Bereich von Grundschulen vorliegen. Diese Faktoren hängen von der weiteren
gesellschaftlichen Entwicklung (Scheidungsrate u.a.), der Geburtenrate, der Entwicklung
familienfreundlicher Arbeitsplätze, der Notwendigkeit von Doppeleinkünften u.a. ab.
Mittagstisch:
Bei der Versorgung mit Mittagessen würde sich die Adolf-Kußmaul-Schule an die Versorgung der
Pestalozzi-Schule anschließen, sollte eine Prüfung der Bedingungen (Qualität, Preis, Anlieferung u.a.).
dies zulassen.
Die Beaufsichtigung des Mittagsbetriebes gehört zunächst zu dem Aufgabenbereich der Lehrkräfte.
Die Zubereitung der Mahlzeiten und deren Ausgabe sollte mit in diesem Bereich erfahrenem Personal
durchgeführt werden. Eventuell ist ein Personal-Einsatz anstelle des bisherigen Kernzeitenpersonals möglich.
Auch eine freiwillige Beteiligung von Eltern, Senioren oder anderem geeigneten Personal ist hier denkbar.